Kurz gesagtEine Eigentumswohnung als Kapitalanlage lohnt sich 2026 unter vier Bedingungen: Die Nettorendite liegt über 2,5 Prozent, der monatliche Zuschuss ist dauerhaft tragbar, die Haltedauer beträgt mindestens zehn Jahre, und ein Puffer von sechs Monatsraten bleibt liquide. Sind alle vier erfüllt, ist sie eines der wenigen Investments, für das eine Bank 75 Prozent Fremdkapital bereitstellt und der Mieter einen Großteil der Rate trägt. Ist eine davon nicht erfüllt, lohnt sie sich nicht — unabhängig davon, wie gut Lage und Objekt sind.
Die ehrliche Antwort auf diese Frage ist keine Ja-Nein-Antwort, sondern eine Bedingung. Und zwar vier.
Erstens: Nettorendite über 2,5 Prozent. Nicht brutto — netto, also nach nicht umlegbaren Kosten, Leerstandspuffer und Rücklage, bezogen auf Kaufpreis plus Nebenkosten. Darunter trägt sich das Objekt nur über Wertsteigerung, und Wertsteigerung ist eine Hoffnung, keine Kalkulationsgrundlage. In Wien-Innenbezirken, Salzburg, Innsbruck und München ist diese Bedingung 2026 regelmäßig nicht erfüllt.
Zweitens: Der Zuschuss muss tragbar sein. Bei 25 Prozent Eigenkapital und 3,6 Prozent Zins ist der Cashflow in den meisten Städten negativ — typisch 100 bis 250 € im Monat nach Steuerwirkung. Das ist kein Problem, solange es dauerhaft aus dem laufenden Einkommen geht. Unsere Grenze: höchstens 10 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens.
Drittens: mindestens zehn Jahre. Die Kaufnebenkosten von rund 10 Prozent müssen erst wieder verdient werden. Bei einer Nettorendite von 3 Prozent dauert das allein drei Jahre. Wer nach fünf Jahren verkaufen muss, verliert in aller Regel Geld — in Deutschland zusätzlich die Steuerfreiheit, die erst nach zehn Jahren greift.
Viertens: sechs Monatsraten Puffer. Mieterwechsel, Sonderumlage für die Fassade, ein Ausfall — das kommt nicht selten vor, sondern regelmäßig. Ohne Puffer wird aus einem normalen Ereignis ein Verkauf unter Druck, und Verkäufe unter Druck sind der häufigste Weg, mit Immobilien Geld zu verlieren.
Vorteile: was dafür spricht
Sind die vier Bedingungen erfüllt, ist die Eigentumswohnung schwer zu schlagen. Sie ist das einzige Investment, für das ein Privatanleger 75 Prozent Fremdkapital zu rund 3,6 Prozent bekommt — für einen ETF-Sparplan gibt keine Bank einen Kredit. Die Tilgung zahlt überwiegend der Mieter. Die Miete ist indexiert und steigt mit der Inflation. Und die Steuerwirkung aus AfA und Zinsen senkt in den ersten Jahren die Einkommensteuer spürbar, bei hohem Grenzsteuersatz um fast die Hälfte des Anfangsverlusts.
Nachteile: was dagegen spricht
Ein Objekt, eine Stadt, ein Mieter — das ist das Gegenteil von Streuung. Der Verkauf dauert drei bis sechs Monate, nicht einen Tag. Es kostet laufend Zeit: Hausverwaltung, Eigentümerversammlung, Mieterwechsel, Steuererklärung. Und es gibt Sonderumlagen, die niemand einplant. Wer diese vier Punkte nicht will, soll keine Wohnung kaufen — es gibt genug Anleger, für die ein Welt-ETF die passendere Antwort ist.
Im direkten Vergleich
| Bedingung | Schwelle | Woran es meistens scheitert |
| Nettorendite | über 2,5 % | zu teure Stadt, zu hoher Kaufpreis |
|---|
| Monatlicher Zuschuss | höchstens 10 % vom Nettoeinkommen | zu wenig Eigenkapital |
|---|
| Haltedauer | mindestens 10 Jahre | Lebensplanung nicht abgeklopft |
|---|
| Liquider Puffer | 6 Monatsraten | alles Eigenkapital in die Wohnung gesteckt |
Worauf es ankommt
Vier Bedingungen, nicht drei
Alle vier müssen erfüllt sein. Eine gute Lage gleicht eine gerissene Bedingung nicht aus — sie verzögert nur, wann es auffällt.
Der Hebel ist das Argument, nicht die Rendite
3 Prozent klingen schwach gegen einen Aktienmarkt. Entscheidend ist, dass drei Viertel des Kapitals von der Bank kommen und der Mieter die Rate trägt.
Wertsteigerung ist kein Bestandteil der Rechnung
Sie ist ein willkommener Zusatz. Ein Objekt, das sich nur mit unterstellter Wertsteigerung rechnet, rechnet sich nicht.
Wo wir das anbieten
| Region | Kaufpreis je m² | Miete je m² | Bruttorendite |
| Graz |
3.500–5.400 € |
12–14 € |
3,0–4,0 % |
| Linz |
3.500–4.500 € |
10–14 € |
3,0–4,5 % |
| Klagenfurt |
3.200–4.200 € |
10–12 € |
3,5–4,5 % |
| Nürnberg |
4.200–5.200 € |
12–14 € |
3,0–3,5 % |
Weiterlesen