Kurz gesagtGewerbeimmobilien liefern 2026 in Österreich Bruttorenditen von 4,5 bis 7 Prozent gegenüber 2,5 bis 4,2 Prozent bei Wohnungen, sind umsatzsteuerlich flexibler und mietrechtlich deutlich freier. Dafür ist das Leerstandsrisiko höher, die Wiedervermietung dauert Monate statt Wochen, die Banken verlangen mehr Eigenkapital und die Bewertung hängt am Mietvertrag statt am Quadratmeterpreis. Für ein erstes Investment ist die Wohnung die richtige Wahl; Gewerbe ist ein zweiter oder dritter Schritt.
Der Renditeabstand ist real und groß. Eine vermietete Arztpraxis, eine Kanzleifläche oder ein Nahversorger-Objekt rentiert deutlich über einer Wohnung. Der Abstand ist aber keine Marktineffizienz, sondern der Preis für ein anderes Risikoprofil.
Der zentrale Unterschied ist das Leerstandsrisiko. Eine Wohnung in Graz ist in zwei bis vier Wochen neu vermietet, weil es immer jemanden gibt, der wohnen muss. Eine 180-m²-Bürofläche im ersten Stock ohne Lift steht auch zwölf Monate leer. Und während ein Mieterwechsel bei einer Wohnung Ausmalen kostet, kostet er bei Gewerbe oft einen Ausbau nach Mieterwunsch im fünfstelligen Bereich.
Steuerlich ist Gewerbe flexibler: Die Vermietung an einen vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmer kann umsatzsteuerpflichtig erfolgen, was den Vorsteuerabzug auf Kaufpreis und Investitionen eröffnet — auch im Bestand, nicht nur beim Neubau. Mietrechtlich gilt der Kündigungsschutz des MRG für Geschäftsräume eingeschränkter, Befristungen sind einfacher.
Für die Bank ist Gewerbe eine andere Anlageklasse: höhere Eigenkapitalquoten, kürzere Laufzeiten, Bewertung nach Ertragswert und damit direkt abhängig vom Mietvertrag. Läuft der Hauptmietvertrag noch drei Jahre, bewertet die Bank anders als bei zehn Jahren Restlaufzeit.
Unsere Einordnung: Die Anlegerwohnung ist das Standardprodukt, weil sie funktioniert, wenn man nichts weiter tut als korrekt einzukaufen. Gewerbe belohnt Fachwissen und Netzwerk — und bestraft deren Fehlen härter. Wer den Abstand von zwei bis drei Renditepunkten mitnehmen will, sollte zuerst eine Wohnung durch einen vollen Mieterzyklus gebracht haben.
Im direkten Vergleich
| Anlegerwohnung | Gewerbeimmobilie |
| Bruttorendite (AT, 2026) | 2,5–4,2 % | 4,5–7,0 % |
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| Wiedervermietung | 2–6 Wochen | 3–12 Monate |
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| Mietrecht | MRG, Kündigungsschutz stark | deutlich freier, Befristung einfach |
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| Umsatzsteuer | Wohnraum 10 %, Vorsteuer nur Neubau | Option zur USt möglich, Vorsteuer auch im Bestand |
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| Eigenkapital der Bank | 20–25 % | 30–40 % |
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| Bewertung | Vergleichswert je m² | Ertragswert, abhängig vom Mietvertrag |
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| Aufwand | gering | hoch |
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| Einstiegsvolumen | ab rund 150.000 € | meist ab 400.000 € |
Worauf es ankommt
Leerstand ist der Hauptunterschied
Zwölf Monate Leerstand bei 5.000 € Monatsmiete kosten 60.000 € — das frisst den Renditevorsprung mehrerer Jahre auf.
Mietvertrag ist der Wert
Bei Gewerbe kaufen Sie nicht Quadratmeter, sondern einen Zahlungsstrom. Restlaufzeit, Bonität und Indexierung bestimmen den Preis.
Reihenfolge beachten
Erst eine Wohnung durch einen vollen Mieterzyklus bringen, dann Gewerbe. Die Fehler, die Gewerbe bestraft, lernt man an der Wohnung günstiger.
Wo wir das anbieten
| Region | Kaufpreis je m² | Miete je m² | Bruttorendite |
| Graz |
3.500–5.400 € |
12–14 € |
3,0–4,0 % |
| Klagenfurt |
3.200–4.200 € |
10–12 € |
3,5–4,5 % |
| Linz |
3.500–4.500 € |
10–14 € |
3,0–4,5 % |
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