Kurz gesagtEine Wohnung am Studienort ist rechnerisch oft günstiger als vier bis sechs Jahre Miete und behält danach als Anlegerwohnung ihren Wert. Entscheidend ist die Eigentümerfrage: Kauft das Kind selbst, entfällt später eine Schenkung, und beim Verkauf ist in Deutschland die Eigennutzung steuerfrei. Kaufen die Eltern und überlassen die Wohnung dem Kind unentgeltlich, gibt es keine Werbungskosten und in Österreich keine Vorsteuer. Wer die Wohnung dem Kind fremdüblich vermietet, behält den Werbungskostenabzug — das verlangt aber einen echten Mietvertrag, marktübliche Miete und tatsächliche Zahlung.
Die Ausgangsrechnung ist meist überzeugend. Ein WG-Zimmer in Graz kostet 2026 rund 450 € warm, eine kleine Wohnung 600 bis 700 €. Über fünf Studienjahre sind das 27.000 bis 42.000 €, die weg sind. Eine 40-m²-Wohnung in St. Leonhard kostet rund 190.000 € — nach dem Studium ist sie entweder vermietet oder verkauft, in beiden Fällen ist das Geld nicht ausgegeben, sondern angelegt.
Die entscheidende Frage ist, wer als Eigentümer im Grundbuch steht, und sie wird oft zu schnell beantwortet. Variante eins: Das Kind kauft selbst, die Eltern finanzieren mit oder treten als Bürgen auf. Vorteil: keine spätere Schenkung, keine Übertragungskosten, und in Deutschland ist der Verkauf bei Eigennutzung ohnehin steuerfrei. Nachteil: Ein 20-Jähriger ohne Einkommen bekommt allein keinen Kredit, und das Vermögen ist aus der Hand gegeben.
Variante zwei: Die Eltern kaufen und überlassen die Wohnung dem Kind unentgeltlich. Steuerlich ist das der schwächste Weg — keine Einkünfte, also keine Werbungskosten, keine AfA, in Österreich kein Vorsteuerabzug. Die Wohnung ist dann eine private Ausgabe mit Substanzwert.
Variante drei: Die Eltern kaufen und vermieten dem Kind fremdüblich. Damit bleibt der Werbungskostenabzug erhalten. Fremdüblich heißt: schriftlicher Mietvertrag, marktübliche Miete, tatsächliche Überweisung vom Konto des Kindes, keine Rückzahlung unter der Hand. In Deutschland wird der volle Werbungskostenabzug bei mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete gewährt, darunter wird gekürzt. In Österreich prüft das Finanzamt die Fremdüblichkeit im Einzelfall — eine Miete deutlich unter Markt gefährdet die Anerkennung.
Nach dem Studium kommt der Punkt, an dem sich die Vorbereitung auszahlt. Eine Wohnung, die von Anfang an nach Anlegerkriterien ausgewählt wurde — Größe, Lage, Anbindung, Grundriss — lässt sich sofort regulär vermieten. Eine, die nur nach der Nähe zum Hörsaal ausgesucht wurde, oft nicht.
Worauf es ankommt
Nach Anlegerkriterien auswählen
Die Wohnung wird vier bis sechs Jahre bewohnt und danach zwanzig Jahre vermietet. Lage, Größe und Grundriss sollten für die zweite Phase passen, nicht nur für die erste.
Fremdüblich vermieten oder bewusst verzichten
Ein echter Mietvertrag mit marktüblicher Miete erhält den Werbungskostenabzug. Eine unentgeltliche Überlassung ist steuerlich neutral — das ist eine Entscheidung, kein Versehen.
Eigentümerfrage vor dem Kauf klären
Eine spätere Übertragung kostet in Österreich Grunderwerbsteuer und Grundbuchgebühr. Wer von Anfang an richtig eintragen lässt, spart diesen Schritt.
Wo wir das anbieten
| Region | Kaufpreis je m² | Miete je m² | Bruttorendite |
| Graz |
3.500–5.400 € |
12–14 € |
3,0–4,0 % |
| Wien |
3.600–6.000 € |
14–17 € |
2,5–4,0 % |
| Innsbruck |
6.000–8.000 € |
16–19 € |
2,5–3,2 % |
| Linz |
3.500–4.500 € |
10–14 € |
3,0–4,5 % |
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