Kurz gesagtBestandswohnungen kosten in Österreich 2026 rund 3.400 bis 5.000 €/m² und liefern Bruttorenditen von 3,3 bis 4,2 Prozent — deutlich mehr als der Neubau. Der Preis dafür sind drei Risiken: anstehende Instandhaltungen am Haus, das Mietrecht bei Baujahren vor 1945 (Richtwert) und ein möglicher Altmieter mit Bestandsrechten. Die besten Bestandsobjekte für Anleger sind saniertes Baujahr 1945 bis 1990 mit freiem Mietzins, gefüllter Rücklage und erledigter Fenster- und Heizungsfrage.
Im Bestand entsteht die Rendite beim Einkauf, nicht bei der Vermietung. Der Unterschied zwischen einem guten und einem schlechten Bestandsobjekt sind selten 200 € Miete, sondern 40.000 € Sanierungsanteil, die drei Jahre nach dem Kauf über die Eigentümerversammlung hereinkommen.
Die entscheidende Kennzahl steht deshalb nicht im Inserat: der Stand der Rücklage und die Beschlusslage der letzten drei Eigentümerversammlungen. Fenster, Dach, Fassade, Lift und Heizung sind die fünf Positionen, die ein Haus aus den 1970er Jahren im nächsten Jahrzehnt braucht. Sind sie erledigt, ist der Bestand jedem Neubau überlegen. Sind sie offen und die Rücklage dünn, ist der niedrige Kaufpreis kein Rabatt, sondern eine Rechnung mit späterem Fälligkeitsdatum.
Mietrechtlich gilt in Österreich die Baujahrgrenze 1945. Wohnungen mit Baubewilligung davor unterliegen im Vollanwendungsbereich des MRG dem Richtwert, die Miete ist gedeckelt und bei Befristung zusätzlich um 25 Prozent zu kürzen. Für eine Anlegerwohnung ist das in der Regel ein Ausschlusskriterium — es sei denn, der Kaufpreis bildet die gedeckelte Miete ab. Wohnungen ab 1945 und Dachgeschossausbauten sind frei vereinbar.
Das dritte Thema ist die Energie. Die EU-Gebäuderichtlinie zwingt die Mitgliedstaaten, die schlechtesten Gebäude zuerst zu sanieren. Ein Haus mit hohem Heizwärmebedarf und Gasetagenheizung trägt ein Kostenrisiko, das in den nächsten zehn Jahren real wird. Wir rechnen es bei jedem Bestandsobjekt mit — als Abschlag auf den Kaufpreis, nicht als Fußnote.
Im direkten Vergleich
| Baujahr | Mietzins (AT) | Typisches Risiko | Eignung für Anleger |
| vor 1945 | Richtwert, gedeckelt | Substanz, Denkmalschutz, Altmieter | nur bei entsprechendem Kaufpreis |
|---|
| 1945–1979 | frei vereinbar | Fenster, Heizung, Dämmung, Lift | gut, wenn saniert |
|---|
| 1980–2000 | frei vereinbar | Fenster, Heizung, Fassade | sehr gut |
|---|
| 2001–2015 | frei vereinbar | gering | sehr gut, wenig Angebot |
|---|
| ab 2016 | frei vereinbar | nahe null | Neubau-Preisniveau |
Worauf es ankommt
Rücklage und Protokolle lesen
Die letzten drei Protokolle der Eigentümerversammlung und der Rücklagenstand sagen mehr über die nächsten zehn Jahre als jedes Exposé. Wir fordern sie vor jedem Kauf an.
Baujahr vor Bezirk
Ob eine Wiener Wohnung im Richtwert liegt oder frei vermietbar ist, verändert die Rendite stärker als die Wahl des Bezirks. Das Baujahr ist der erste Filter, nicht der letzte.
Energie als Kaufpreisfaktor
Hoher Heizwärmebedarf, Gasetagenheizung oder Klasse G und H bedeuten Sanierungskosten im nächsten Jahrzehnt. Das gehört in den Preis, nicht in die Hoffnung.
Wo wir das anbieten
| Region | Kaufpreis je m² | Miete je m² | Bruttorendite |
| Graz |
3.500–5.400 € |
12–14 € |
3,0–4,0 % |
| Linz |
3.500–4.500 € |
10–14 € |
3,0–4,5 % |
| Klagenfurt |
3.200–4.200 € |
10–12 € |
3,5–4,5 % |
| Villach |
3.000–4.200 € |
10–12 € |
3,5–4,5 % |
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